Doppel-Champion!

Minden ist Deutscher Liga Champion 2017
Frauen und Männer des Melitta-Achters räumen in Berlin alles ab

Minden (hasemann). Einen besseren Abschluss für das Finale der neunten Saison der Ruder-Bundesliga hätte es kaum geben können. Berlin präsentierte sich mit strahlendem Sonnenschein und angenehmen Temperaturen von seiner besten Seite. 10.000 Zuschauer besuchten den „Sportmetropole Berlin Renntag“ an der Spree und wurden Zeuge eines Sprint-Feuerwerks der Extraklasse in der stärksten Sprint-Liga der Welt. Beide Melitta-Achter überzeugten in der Landeshauptstadt in höchstem Maße und räumten an der East-Side-Gallery komplett ab. Die Mindener gewannen nicht nur den letzten Renntag, sondern die gesamte Liga. Sowohl die Frauen wie auch die Männer holten den begehrten Pokal des Deutschen Liga Champion 2017 ans Wasserstraßenkreuz. Auch der BEST AUDIT POKAL inklusive eines nagelneuen Ruder-Ergometers für die meisten gewonnenen Einzelrennen der Saison ging in diesem Jahr erstmalig nicht nach Krefeld, sondern wurde vom Teamred in Empfang genommen. Teamblack steigt direkt in die 1. Bundesliga der Männer auf und kämpft 2018 gegen die schnellsten Teams aus ganz Deutschland.

Teamblack reiste mit drei Punkten Vorsprung vor den Dauerrivalen aus Witten an die Spree-Arena. Doch an diesem Renntag sollten es zwei ganz andere Mannschaften den Männern aus Minden schwer machen, die sich bis zum letzten Rennen jeden Zentimeter hart erkämpfen mussten. Im morgendlichen Zeitfahren trafen Alexander Weihe, Marius Redecker, Jona Lembke, Leon Schandl, Nils Bornemann, Frederik Blanck, Vincent Schmitz, Jannik Eilers, Florian Zimmermann, Christoph Krüger, Steuermann Phillip Baumgard und Co-Trainer Daniel Bredemeier auf einen sehr starken Maschseeachter aus Hannover. Auch die niedersächsischen Nachbarn warteten mit ihrer absoluten Bestbesetzung auf und wollten ebenfalls ein Wörtchen mitreden beim Thema Aufstieg in die 1. Bundesliga der Männer. Die Hannoveraner erwischten einen blitzschnellen Start und lagen bis zur Streckenhälfte noch vorne. Erst dann kamen die Mindener so richtig in Fahrt und setzten sich mit einem beherzten Schlussspurt knapp vor die Bugspitze des Maschseeachters. Die schnellste Zeit aller Achter der 2. Liga sollten aber nicht die Mindener fahren, sondern das Team aus der Stadt des westfälischen Friedens. Die Jungs aus Münster steigerten sich kontinuierlich von Renntag zu Renntag und lieferten eine mehr als überzeugende Vorstellung in Berlin ab. Teamblack erruderte sich zwei ungefährdete Siege im Achtel- und Viertelfinale, bevor es im Halbfinale wieder gegen Hannover ging. „Die Hannoveraner sind heute ganz stark und wir müssen höllisch aufpassen“, so Team-Captain Vincent Schmitz. „Das wird ein knallhartes Rennen, bei dem uns nichts geschenkt werden wird.“ Und der Team-Captain sollte recht behalten, denn auch hier lieferten sich beide Boote einen sehr harten Bord an Bord-Kampf. Im Ziel ertönte dann die Hupe zwei Zehntel eher für die Männer vom Wasserstraßenkreuz, für die es im Finale dann erneut um Gold und Silber ging.

Am Startblock gegenüber fand sich im Finale der bärenstarke Achter aus Münster, der von Beginn an keinen Zweifel daran aufkommen ließ, dass es hier ganz klar auch für sie um Gold geht. Ca. 80 Meter vor dem Ziel lagen die Münsteraner noch vor den Mindenern, die allerdings gefürchtet sind für einen knallharten Endspurt. Und genau der war auch das einzige Rezept, denn nur mit den letzten 5 Schlägen holten die Mindener auf und sorgten damit für das wohl spannendste Rennen des Sportmetropole Berlin Renntages. Per Zielfotoentscheid ging der Sieg mit zwei hundertstel Sekunden Vorsprung an das Teamblack, die sich damit auch den letzten Renntag der Saison vergoldeten. Der Melitta-Achter Teamblack wird in Berlin zum Deutschen Liga-Champion 2017 gekürt und steigt vor Witten und auch Hannover in die 1. Bundesliga der Männer auf. In der nächsten Saison werden dann die Karten in der Elite-Liga gegen die stärkste Konkurrenz aus ganz Deutschland neu gemischt.

Schlagfrau Tanja Hasemann, Antonia Sachtleben, Inken Neppert, Johanna Soester, Sylvia Buddenbohm, Nina Killian, Anna-Maria Brendel, Anna-Lena Vieker, Leonie und Sophie Müller, Co-Trainer Michael Krüger und die beiden Steuerfrauen Clara Drewes und Deborah Thiele führten die Tabelle mit 8 Punkten Vorsprung an. Ein 8. Platz in der Tageswertung hätte bereits genügt, um den Titel aus dem letzten Jahr als Deutscher Liga Champion zu verteidigen. „Wir wollen auch in Berlin ganz klar ein Zeichen setzen und beweisen, warum wir derzeit Patz 1 in der Tabelle belegen“, so Team-Captain Inken Neppert. „Wir kämpfen heute um ganze vier Titel und werden uns daher auf jeden Lauf voll fokussieren.“

Das klappte bereits im morgendlichen Zeitfahren sehr gut. Hier konnte der Ostwestfalenexpress als überzeugender Zeitfahrsieger relativ entspannt in den Mittelblock gehen. Und somit war bereits nach einem ungefährdeten Sieg im Viertelfinale klar: Auch 2017 kommt der Deutsche Liga-Champion aus Minden! „Das war Titel Nr. 1 – jetzt geht es um den Tagessieg“, schwört Trainer Christoph Knost seine Damen vor dem Halbfinale ein. Hier erwartete man die Damen aus Hanau, immerhin die bis dato einzige Mannschaft, die die Mindenerinnen in dieser Saison überhaupt einmal geschlagen hat. „Hanau ist wieder einmal als stärkster Konkurrent hier einzuschätzen – hier muss von Beginn an alles klargemacht werden.“ Auch im Halbfinale gegen den „Gebrüder Grimm-Achter“ setzte sich Minden mit einem erneut perfekten Start direkt von Beginn an vor das Boot der Gegnerinnen. Kontinuirlich wurde der Vorsprung über die Sprintdistanz von 350 m aufgebaut. Im Ziel ließ Teamred mit einer halben Bootslänge Vorsprung keinen Zweifel daran aufkommen, wer auch diesen 5. Renntag gewinnen will.

Der Gegner im Finale der 1. Bundesliga der Frauen waren die Lokalmatadore aus Potsdam/Berlin. Die Havelqueens haben eine ganz starke Saison hingelegt und schoben sich mit dem Einzug ins große Finale sogar noch auf den 2. Platz in der Tabelle vor. Gerade vor heimischer Kulisse wollten sich die Berlinerinnen sehr gern noch mit dem goldenen Bonus belohnen. Allerdings kam Minden wieder perfekt von den Startblöcken weg und legte vor einem begeisterten Publikum ein nahezu perfektes Rennen hin. Mit mehr als einer Bootslänge Vorsprung präsentierten die Damen aus der Weserstadt damit die besondere Dominanz in dieser Saison und freuten sich wie die Männer über eine weitere Goldmedaille als Tagessieger. Mit zehn Punkten Vorsprung in der Tabelle auf Berlin und Hanau bringt der Melitta-Achter Teamred ebenfalls den Pokal des Deutschen Liga Champions an die Weser.

Auch die BEST AUDIT-Wertung für die meisten gewonnenen Einzelrennen der Saison geht nach Minden und damit erstmalig seit 8 Jahren nicht an den Niederrhein zu den Männern aus Krefeld.

Nachdem an der Spree um 17.00 Uhr endgültig der Deutsche Liga-Champion 2017 feststand, mussten die beiden jeweils Erst- und Zweitplatzierten aus Berlin noch einmal ran und gegen die schnellste internationale Konkurrenz im Rahmen des Berlin-European-Rowing-Sprint“ sprinten. Hier ging der Sieg allerdings nach Grenoble. Nachdem man eine Dreiviertelstunde in der Kälte auf die Damen aus Frankreich warten musste, waren der Kaltstart und zwei Rennen in den Knochen mehr dann fast erwartungsgemäß keine gute Ausgangsposition für einen weiteren Sieg. Ganz knapp hinter den Französinnen, die eine sehr gute Performance zeigten, holte sich Minden hier Silber. „Auch wenn das nicht die fairsten Bedingungen waren, gratulieren wir Grenoble herzlich. Wir sind mehr als stolze über diese perfekte Saison“, resümierte Clara Drewes sichtlich stolz.

www.melitta-achter.de

 

 

Text: Tanja Hasemann
Fotos: Alexander Pischke/Ruder-Bundesliga

_1724952.jpg: Der Melitta-Achter „Team Black“ gewinnt sein Finale mit 2/100 Sekunden Vorsprung vor Münster, sichert sich Tabellenplatz 1 der 2. Männer-Liga und steigt somit 2018 in die 1. Ruder-Bundesliga auf.
_1725160.jpg: Der Melitta-Achter „Team Red“ verteidigt seinen Titel aus 2016 und wird erneut Deutscher Ligachampion der 1. Ruder-Bundesliga der Frauen.
_1725749.jpg: Dem Druck standgehalten: Grenzenloser Jubel beim Melitta-Achter „Team Red“ nach der Titelverteidigung.
_1726373.jpg: Beide Melitta-Achter mit ihren Trainern und Trophäen der Saison 2017.
X70_9262.jpg: Großstadtkulisse an der East-Side-Gallery für das Halbfinale gegen das Team aus Hannover.
X70_9524.jpg: Der Melitta-Achter „Team Red“ unterstrich im Finale A noch einmal seine Saisonstärke gegen das Team der Havelqueens aus Berlin/Potsdam.