Bronzener für Melitta-Männer

Ruder-Bundesliga beendet Saison mit hochspannendem Abschluss auf dem Münsteraner Aasee

Münster (schmitz) Vom Saisonfinale der Ruder-Bundesliga in Münster brachten die beiden Teams der Mindener Melitta-Achter am vergangenen Wochenende eine Bronzemedaille und einen fünften Platz der Liga-Gesamtwertung mit nach Hause ans Wasserstraßenkreuz.

Die Mindener Frauen mussten mit der krankheitsbedingten Absage von Schlagfrau Sylvia Buddenbohm neben Kapitänin Inken Neppert einen weiteren schmerzhaften Ausfall verkraften. Dies erwies sich im Zeitfahren gegen das Top-Team der Havelqueens aus Potsdam als zu große Hypothek. Die Mindener Frauen wurden deutlich geschlagen und kamen als langsamste Crew im Zeitfahren ins Ziel. Auch anschließend kamen sie ohne ihre Schlagfrau nicht richtig in den Tritt und mussten sich im Viertelfinale modusbedingt erneut den Havelqueens geschlagen geben. Im Halbfinale gegen Bremen, konnten die Mindenerinnen sich besser am Gegner festbeißen, verloren aber am Ende knapp. So ging es nur noch um die Plätze sieben und acht im Finale gegen den Hebewerkachter aus Waltrop. Dort konnte das Mindener Boot noch einmal auftrumpfen und den Gegner mit mehr als einer Sekunde Vorsprung zur Ehrenrettung in die Schranken weisen. „Wir blicken leider Gottes zurück auf eine schwierige Saison, in der wir zusätzlich zum umfassenden Neuaufbau des Teams viel mit Verletzungen und Krankheiten zu kämpfen hatten. Es ist schade, dass wir es hier am letzten Renntag nicht geschafft haben, mit einem positiven Trend die Saison zu beenden.“, so Trainer Christoph Knost im Anschluss. „Niederlagen gehören aber genauso zum Sport wie Siege und die Athletinnen werden im Winter hart arbeiten, um nächste Saison wieder anzugreifen.“ Die Mindener Mannschaft bildeten: Anna Maria Brendel, Anna Lena Warning, Janna Kemenah, Ann-Christin Meier, Juliane Dammann, Sophie Müller, Leonie Müller, Charlotte Damerau, Tanja Hasemann, Dorthe Kayser und Niklas Dresselmann.

Der Melitta-Achter „Team Black“ der Männer startete mit Platz fünf im Zeitfahren noch verhalten in den Renntag, fand aber von Rennen zu Rennen immer besser seinen Rhythmus. Im Achtelfinale wartete die Konkurrenz vom Sparkasse-Mülheim-Achter, die man über den Mittelteil des Rennens deutlich distanzieren konnte. So traf man dann Viertelfinale auf die Altmeister vom Crefelder Ruderclub. Diese waren in Münster deutlich erstarkt und hatten mit einem aufsehenerregenden Sieg im Zeitfahren auch Top-4-Ambitionen angemeldet. Im Zeitfahren hatte die Crefelder Crew dem Tabellenführer vom Hauptstadtsprinter Berlin die erste Saisonniederlage zugefügt. Entsprechend hoch war die Anspannung vorm Viertelfinale bei den Mindener Ruderern. In einem Rennen, das sich eher über Biss und Kampf als technische Extraklasse entschied, schoben die Mindener ihren Bug als erster über die Ziellinie und standen so bereits in den Top 4 des Renntags. Zu diesem Zeitpunkt war auch der dritte Platz in der Saison-Gesamtwertung bereits abgesichert, sodass im anschließenden Halbfinale gegen den Münster-Achter alles zu gewinnen und nichts mehr zu verlieren war.  Das Westfalenderby entfaltete sich vom Start weg zu einem absoluten Vollgasrennen. In der Startphase schoss das Mindener Boot technisch etwas zu wild aus den Startblöcken und verlor direkt zwei Bootsplätze auf die Münsteraner. Im Mittelteil des Rennens kehrte die technische Kohäsion zurück ins Mindener Boot und Steuerfrau Jennifer Schulz blies zum bedingungslosen Angriff auf die führende Crew aus Münster. Die Mindener Männer schlachteten auch noch das letzte Watt aus Lunge und Beinen heraus und konnten den Abstand Schlag für Schlag verringern, aber die heranfliegende Ziellinie rettete den Sieg für den Münster Achter mit einer Luftkastenlänge Vorsprung. Nach anfänglicher Enttäuschung ob der Tatsache, das Finale um Gold und Silber verpasst zu haben, gewannen die Mindener Männer überlegen das Finale um Bronze gegen Wurzen und hängten sich so zum vierten Mal in dieser Saison eine Medaille um. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Ergebnis, ein kleiner Wermutstropfen ist zwar, dass wir es dieses Jahr nie bis ganz nach oben aufs Treppchen geschafft haben aber mit Platz drei in der Saisonwertung haben wir gezeigt, dass wir zur deutschen Spitze gehören.“ , so Trainer Philipp Baumgard nach dem Finale. Die Rennen für Minden bestritten: Ricarada Fichtl, Jennifer Schulz, Vincent Schmitz, Marius Redecker, Jona Lembcke, Patrik Schlötel, Jannik Eilers, Lars Hildebrand, Leon Schandl, Simon Körner und Fred Blanck.

Fotos aus Münster unter www.melitta-achter.de

 

Text: Vincent Schmitz
Fotos: Alexander Pischke/Ruder-Bundesliga

_1922615.jpg: Der Melitta-Achter „Team Red“ hatte in Münster mit krankheitsbedingten Ausfällen zu kämpfen und rettete sich am Ende des Tages auf Platz 7.
_1924989.jpg: Das Halbfinalrennen des Melitta-Achters „Team Black“ (vorne) gegen den Münster-Achter war eines der Rennhighlights des Tages.
_1926462.jpg: Ausgelassene Freude bei den Männern und ihren Steuerfrauen des Melitta-Achters „Team Black“ dank der Bronzemedaillen in der Tages- und Saisonwertung 2019.