Gemischte Gefühle in London 

Melitta-Achter Team Black belegt Rang 84 beim größten Achterrennen der Welt. 

London (schmitz) Die Männer der heimischen Bundesligamannschaft Melitta-Achter Team Black hatten sich in diesem Jahr einen ganz besonderen Termin zur Eröffnung ihrer Regattasaison ausgesucht. Es ging nach London zum traditionellen Head of the River Race, bei dem auf einer 6,8 km Strecke zwischen den Stadtteilen Mortlake und Putney im Einzelzeitfahren die schnellsten Achter der nationalen britischen und internationalen Konkurrenz ermittelt werden. In diesem Jahr stellten sich 310 europäische Achter und der Nationalachter aus China der knapp 19-minütigen Tortur. Bei strahlendem Sonnenschein, Windstille und Temperaturen um die 20 Grad fanden die Mindener Recken am Renntag optimale äußere Bedingungen vor. Mit der Startnummer 41 fiel für den Mindener Achter in der Division 1 der 311 Boote der Startschuss um kurz nach 11:30 Uhr Ortszeit. Die Männer vom Bessel-Ruder-Club gingen den Wettkampf beherzt an und schoben die ersten drei Kilometer des Rennens vorbei an der Barnes Railway Bridge und den Chiswick Steps am Ufer der Themse konsequent ihren Achter nach vorn. Als auf Höhe der Hammersmith Bridge nach circa 4,2 km der an Nummer 42 gestartete Commercial Rowing Club aus Dublin stark aufkam und begann, immer mehr Druck aufzubauen, verlor die junge Crew vom Wasserstraßenkreuz ihren Rhythmus und tat sich auf dem folgenden Kilometer schwer, die optimale Bootsgeschwindigkeit der ersten Rennhälfte aufrecht zu erhalten.

Auf dem letzten Kilometer vorbei am Stadion des FC Fulham, der zur selben Stunde Manchester City empfing, konnte Steuerfrau Ann-Chris Meier ihre Crew trotz eines Durchschnittspuls von über 195  Schlägen pro Minute zu einem beherzten Endspurt treiben, bei dem das Tempo noch einmal erheblich angehoben wurde. Im Ziel brachen die Ruderer erschöpft zusammen, bevor nach dem Ausrudern an den Ufern der Themse angelegt wurde.

Nach Bekanntgabe der Platzierung herrschte zunächst gedämpfte Stimmung bei Mannschaft und Trainer Philipp Baumgard: „Wir hatten gehofft, uns in der Nähe unserer Startplatzierung 41 festbeißen zu können und ehrlich gesagt auch mit dem Vereinsbestwert von Rang 48 geliebäugelt. Dafür hat die Physis und die Mannschaftsleistung heute leider nicht gereicht.“ Routinier Marius Redecker hatte gemischte Gefühle zum Rennen: „Die Startphase und die ersten drei Kilometer des Rennens verliefen sehr gut. Leider haben wir durch das Überholmanöver des Commercial Rowing Club etwas unsere Ruhe verloren und auf den folgenden 1000 Metern 10 bis 12 Sekunden liegen lassen, was in etwa 20-30 Plätzen entspricht.“ Insgesamt war das Rennen für die junge, auf 350m-Sprintdistanzen spezialisierte, Crew mit sechs Langstrecken-Neulingen aber eine ordentliche Leistung und mit Rang 84 ist es obendrein das beste Vereinsergebnis seit 2001. Die Crew wird im kommenden Winter einen stärkeren Fokus auf das Langstreckentraining legen und 2020 erneut angreifen!

Die Mannschaft um Steuerfrau Ann-Chris Meier, Frederik Blanck, Simon Körner, Lars Hildebrand, Alexander Weihe, Patrik Schlötel, Jona Lembcke, Marius Redecker und Schlagmann Vincent Schmitz schaltet jetzt wieder schnell um auf die Sprintdistanz und wird am 11. Mai in Duisburg zum Saisonauftakt der 12. Saison der Ruder-Bundesliga an die Startblöcke gehen.

Fotos aus London unter www.melitta-achter.de

 

 

Text: Vincent Schmitz
Fotos: Alexander Pischke

_1907537.jpg: Startphase des Melitta-Achter Minden „Team Black“ bei dem 6,8 km langen Rennen auf der Themse in London mit (vl) Steuerfrau Ann-Christin Meier, Schlagmann Vincent Schmitz, Marius Redecker, Jona Lembcke, Patrik Schlötel, Alexander Weihe, Lars Hildebrand, Simon Körner und Bugmann Frederik Blanck.

_1907466.jpg: Diese Aussicht lässt jedes Rudererherz höher schlagen: Blick von der Startbrücke in die Vorbereitungszone des Rennens mit 150 der 320 startenden Achter.